Vom Bleiklotz zum Bleischuh

Vom Bleiklotz zum Bleifuss in der Kunstschmiede Christoph Frei

1984 habe ich das Geschäft von meinem Vater übernommen. Seitdem haben sich die Bleifüsse stetig weiterentwickelt, sowie in der Qualität als auch in der Form.

Meine Mutter ging erstmals ca. 1968-69 zu Frau Weilenmann Kemptthal in einen Figurenkurs und war wie viele Frauen danach vom Virus der Krippenfiguren angesteckt worden. Da aber Frau Weilenmann Probleme hatte Bleischuhe zu bekommen (damals noch rechteckige Klötze), fragte sie meine Mutter, ob nicht eventuell ihr Mann solche «Bleigewichte» herstellen könnte. Mein Vater willigte damals ein und fing an die ersten Figurenfüsse für Frau Weilenmann herzustellen. Das Verfahren war damals sehr aufwendig. Mein Vater musste drei Flacheisen zu einer U-Form zusammenschweissen. In diese Form wurde dann das Blei gegossen. Danach schnitt man diese entstandenen Bleistangen auf die genaue Länge der Klötze zu. Die daraus gewonnenen Klötze mussten dann noch in eine rechteckige Form gebracht werden. Dies erreichte man, indem die Klötze auf dem Amboss mit einem leichten Hammer in eine Form gebracht wurden. Als mit den Jahren die Menge immer grösser wurde, kam man auf die Idee diese in Stahlformen zu giessen, welche eine Schuhform hatten. Damals war die Herstellung von Gussformen sehr aufwendig, daher fertigte mein Vater die Formen gleich selbst an. Das waren dann schlussendlich die Vorgänger der Bleischuhe für die Schwarzenberger Krippenfiguren. Über den Kontakt von Frau Weilenmann zu Frau Beatrice Zimmermann ca. 1978 kam mein Vater mit den Kursleiterinnen im Schwarzenberg in Kontakt. In Zusammenarbeit mit Frau Zimmermann wurden die Formen weiterentwickelt, welche die heute Grundform der Schwarzenberger Krippenfiguren hatten.  

Mit dem Aufkommen der 50er und 70er Figuren wurden auch grösseren Bleischuhe benötigt, diese Bleifüsse erhielten dann auch Zehen. Was heute ein Markenzeichen ist.

Heute sind die Bleifüsse mit einem Kontaktschutz überzogen, um einen direkten Kontakt zum Werkstoff Blei zu minimieren.

Herzlichst Christoph Frei